05.01.2026 - 17.01.2026

Togo-Tagebuch

Jan 2026 + Bericht 2025

Aufenthalt in Vogan / Togo

Nach einem angenehmen Flug von Zürich via Brüssel kam unser Team – die Augenchirurgin Dominique, die beiden OP-Pflegefrauen Samira, Desirée und das Anästhesieteam Mathis, Anna-Maria und Charlotte pünktlich in Lomé an. Die Einreise- und Zollformalitäten verliefen ungewöhnlich reibungslos, sodass wir in der noch ungewohnten tropischen Wärme einige Zeit auf unseren Transport nach Vogan warten mussten. Dieses Mal waren wir im Croix Rouge, welches in bequemer Gehdistanz zum Spital liegt, untergebracht.

Bereits am nächsten Tag konnten wir nach der Vorbereitung der gewohnten, alten OP-räumlichkeiten des Spitals und einer offiziellen Begrüssung durch das Spitalkader mit den ersten Kataraktoperationen beginnen. Erneste und sein Team hatten viele Patienten aus der Region Lomé und Vogan aufgeboten. Nach einigen Operationen streikten unglücklicherweise sämtliche Sterilisatoren, weil das benötigte Wasser nicht rein genug war. Wir konnten zwar die hausinterne Sterilisation benutzen, aber trotzdem kam es zu grossen Verzögerungen und unser erster Arbeitstag endete erst nach 20 Uhr. Die Probleme sollten uns noch zwei weitere lange Tage beschäftigen. Mathis engagierte sich zusammen mit dem lokalen Team einerseits um die Beschaffung von geeignetem Wasser aus dem benachbarten Aného und Lomé und suchte andererseits telefonisch um technische Unterstützung in der Schweiz. Einmal mehr waren wir dankbar um Mathis‘ technische Begabung. Gleichzeitig stellte das OP-Team mehrere zusätzliche OP-Siebe zusammen um bei der langsamen Sterilisation der benötigten Instrumente trotzdem speditives Operieren zu ermöglichen. Dank diesem grossen unvorhergesehenen Einsatz und Improvisation konnte nach drei Tagen ein reibungsloser Operationsablauf erreicht werden. Nach einigen Tagen traf auch die Medizinstudentin und Tochter von Mathis Liv-Helène ein und unterstützte uns tatkräftig. Nach sechs arbeitsreichen Operationstagen mit der Versorgung vieler unbemittelter Patienten mit den Befunden eines schweren grauen Stars erholten wir uns am Sonntag bei einem eindrücklichen Ausflug an den Strand von Aného, dem Besuch einer ehemaligen Sklavenstation und einem feinen Restaurant in Lomé.

Der Architekt des neuen Spitals führte Mathis und Charlotte durch die Baustelle des neuen Spitals. Er zeigte und erklärte die Produktion und das grosse Lager der handgefertigten Ziegelsteine. Aus Sand und etwas Zement und Wasser werden diese von drei Arbeitern in einer handbetriebenen Formmaschine im Akkord hergestellt. Die Fundamente des neuen Spitals sind fast vollständig errichtet und das Grundwasser mit einer tiefen Bohrung gefasst. In den kommenden Wochen werden die Ziegelwände hochgezogen. Es gibt auf der Baustelle fast keine Maschinen, keine Bagger und keinen Kran, dafür viele kräftige Arbeiter aus der Gegend, die so einen Verdienst für sich und ihre Familien haben. Es hat uns erstaunt, welche Beachtung der Arbeitssicherheit gilt. Alle Arbeiter und Besucher tragen Helme und Leuchtwesten. Man kann es sich als Besucher kaum vorstellen, aber immer wieder wird versichert, dass das neue Spital im Winter 2026 bezugsbereit sein wird.

Auch in der zweiten Woche durften wir viele bedürftige und dankbare Menschen ohne irgendwelche medizinischen Zwischenfälle operieren. Letztendlich haben wir 137 Augen mit einer neuen Linse versorgt. Als Highlight organisierte Dominique einen Filmabend im Spital für die Kinder und ihre Eltern der Umgebung. Das eigens dafür hergestellte Popcorn erfreute sie alle.

Am 16. Januar flogen wir in der Nacht ohne Zwischenfälle, ermüdet von den heissen Tagen und Nächten, mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen und der Vorfreude auf das winterliche Wetter nach Hause.

Jahresbericht 2025

Wir konzentrieren uns voll auf den Spitalbau und kontrollieren diesen unterstützend, kontrollierend und präzisierend alle 3 Monate mit unserer Architektin. Auch sind wir daran die TVA (=Mwst.) abzuwenden. Am 1.4.2025 war die Grundsteinlegung, und es geht voran.

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